Die Geschichte der Fahrschule Schwedenplatz
Die Fahrschule Schwedenplatz wurde 1951 vom Großvater des heutigen Chefs gegründet: Franz Koblizek leitete während des Krieges die praktische Ausbildung in einer Heeresfahrschule. 1945 kam er in englische Gefangenschaft und von dort nach Kaprun zum Arbeitseinsatz für das aufzubauende Kraftwerk. Zur Freizeitgestaltung durfte er dort theoretischen Fahrunterricht durchführen. Nach der Entlassung aus dem Arbeitseinsatz kam er nach Wien zurück, wo er 1951 im Haus Taborstrasse 8b seine eigene Fahrschule eröffnete. Dort ist die Fahrschule Schwedenplatz bis heute beheimatet.
Der Fuhrpark bestand damals aus gerade mal zwei PKW, einem Motorrad mit Beiwagen und einem LKW. Der modernere der beiden PKW war ein Steyr Baby, der aus den brauchbarsten Teilen aus drei ausrangierten Fahrzeugen zusammengebaut war. Der zweite PKW war ein Opel P4 und der LKW ein Mercedes L 3000. Das Beiwagenmotorrad war ein damals recht modernes Gerät. Es handelte sich um eine Zündapp KS 750, die man aus Heeresbeständen angekauft hatte. Ein großes Problem der damaligen Zeit war die Versorgung mit Kraftstoff. So war es in den 50er Jahren üblich, dass jeder Kandidat etwa 3 Liter Benzin pro Fahrstunde mitbrachte.
Für die damalige Führerscheinausbildung waren zwar nur wenige gesetzliche Vorschriften zu lernen, dafür wurde auf technisches Verständnis umso mehr Wert gelegt: Die gesetzlichen Vorschriften passten in ein dünnes Lehrbuch, ein Auszug aus der damals aktuellen Straßenpolizeiordnung von 1921. Dafür wusste jeder Fahrschüler nach Abschluss der Ausbildung, wie ein 4-Takt-Motor funktioniert. Auch einfache technische Wartungsarbeiten wie etwa das Einstellen der Leerlaufdrehzahl konnte um 1950 fast jeder Fahrschüler erledigen.
Anfang der 60er-Jahre übernahm der Sohn des Gründers, Willibald Koblizek die Leitung der Fahrschule. Bald schon hatte er aus dem Kleinbetrieb eine der größten Fahrschulen Europas gemacht - bis zu 50 Fahrlehrer waren in dieser Zeit in der Fahrschule beschäftigt. Damals begann auch die interne Aus- und Weiterbildung von Fahrlehrern für alle Führerscheinklassen, die es in der Fahrschule Schwedenplatz bis heute gibt. Bis in die 90er-Jahre gehörte auch die Fahrschule Non-Stop der Familie Koblizek. Diese Fahrschule im 9. Bezirk wurde schließlich an einen der damals dort tätigen Fahrschullehrer weiterverkauft.
In der Fahrschule Schwedenplatz versuchte man stets, in der Wahl der Lehrmittel mit der Zeit zu gehen. Es wurden jeweils die modernsten Hilfsmittel eingesetzt, auch wenn diese noch sauteuer waren. Overheadprojektoren, Videoprojektoren, CD-i, PC-Beamer und viele mehr. Der erste Beamer im großen Lehrsaal kostete damals knapp 150.000 öS, das entspricht etwa 11.000 Euro. Auch der Fuhrpark wurde so gut wie möglich am letzten Stand gehalten, wenngleich es nicht so tolle Fahrzeuge wie heute waren. Man fuhr Mitte der 80er etwa mit VW Polo Classic und VW Golf II seine Fahrstunden.
Mitte der 90er übernahm der heutige Inhaber Willy Koblizek die Leitung der Firma und reformierte mit jugendlichem Elan die Ausbildung. Waren zu Zeiten seines Großvaters bunte Kreiden für die Tafel das modernste Lehrmittel, so setzt man heute auf interaktive PC-Kurspräsentationen mit Beamerunterstützung. Eine weitere Eigenentwicklung ist das einzigartige Modulkurssystem, das dem Fahrschüler jederzeit den Kurseinstieg ermöglicht. Dieses System wird heute in jeder Drivecompany-Fahrschule eingesetzt. Auch das Qualitätsmanagement wurde von Willy Koblizek entwickelt und perfektioniert und sorgt für definierte Ausbildungsziele, die jeder Fahrschüler erreichen kann und soll. Nicht zuletzt deshalb schaffen die meisten Schüler die Prüfung beim ersten Anlauf! Die erste Version ders neuen Lehr- und Lernsystems wurde unter dem Namen "Fahren lernen light" am Ende der 90er-Jahre sehr erfolgreich beworben. Ende der 90er begann die Fahrschule Schwedenplatz auch, sich im Internet zu präsentieren.
Das neue Jahrtausend begann für die Fahrschule Schwedenplatz mit dem größten Umbau in ihrer Geschichte: weil die Räumlichkeiten im Laufe der Jahre schlicht zu klein geworden waren, wurde die Fahrschule auf nahezu die gesamte mögliche Grundfläche des Hauses erweitert und teilweise auf zwei Geschosse ausgebaut. Dieser Umbau wurde durch die Geschäftsaufgabe des ehemaligen Nachbarbetriebs in der Großen Mohrengasse möglich - denn dort, wo heute der Büroeingang ist, befand sich früher ein Stukkateurgeschäft, daneben war nur die Zufahrt zur Fahrschulgarage, aber kein Eingang ins Büro oder zum Kursraum. Im Zuge des Umbaus entstand an Stelle des ehemaligen Büros eine gemütliche Kantine für die Schüler und Mitarbeiter der Fahrschule (der Kantineneingang war früher der Haupteingang zur Fahrschule!), das Büro wurde in die Große Mohrengasse verlegt und modernst ausgestattet. Die Raumaufteilung der gesamten Fahrschule änderte sich. Seitdem gibt es insgesamt drei Kursräume, zwei PC-Räume, moderne Crewräume, Garderoben, Büros und Lager und eben die Kantine. Der einzige Raum, der seine Lage beim Umbau nicht geändert hat, ist der Kursraum 1, in dem seit Gründung der Fahrschule Schwedenplatz die B-Kurse abgehalten werden.
Der Fuhrpark verdient diese Bezeichnung heutzutage tatsächlich: der praktische Unterricht für die Klasse B findet auf den jeweils neuesten Modellen des Marktführers VW/Audi statt, aktuell am meisten eingesetztes Fahrschulfahrzeug ist der Audi A3. Die PKW sind mit Klimaanlage und einer Top-Soundanlage ausgerüstet, meist gibts auch ein Navigationssystem. Ausserdem gibts Executive-Cars wie das A4 Cabrio oder den Porsche Boxster, mit dem unsere Fahrschüler sogar kostenlos fahren dürfen: wer bei der theoretischen Prüfung die Bestmarke von 100% schafft, bekommt eine Gratis-Porschefahrstunde! Der Fuhrpark wird stets erneuert, kaum ein Auto bleibt länger als 2 Jahre im Fahrschulbetrieb. In den vergangenen Jahren waren auch schon VW Beetle, Audi A2, BMW 735i, Mini Cooper, Opel Corsa/Astra/Speedster und viele mehr bei uns im Fahrschuleinsatz. Nicht jedes Fahrzeug ist optimal zum Lernen geeignet, deshalb blieben viele Modelle Einzelstücke und Einmal-Versuche.
Insgesamt besteht der Fuhrpark derzeit aus etwa 30 PKW, 30 Motorrädern der verschiedensten Marken und Typen, 20 Mopeds, einem Truck mit Anhänger und einem ausgewachsenen Autobus. Für die praktische Ausbildung steht ein eigener Übungsplatz mit 4.000 m² sowie ein Fahrsicherheitszentrum in Wien 21 mit rund 20.000m² zur Verfügung. Die Betreuung der Fahrschüler wird von etwa 30 Fahr- und Fahrschullehrern sowie durch die derzeit 5-köpfige Office-Crew durchgeführt.
Mit diesen Eckdaten ist die Fahrschule Schwedenplatz derzeit eine der modernsten und größten Fahrschulen Mitteleuropas: pro Jahr werden etwa 2000 Führerscheinausbildungen und 1000 Mopedschulungen durchgeführt. In der Fahrschule Schwedenplatz wurden seit der Gründung so viele Fahrschüler ausgebildet, wie eine mittlere Stadt von etwa der Größe St. Pöltens Einwohner hat.












